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Dürfen wir Tiere töten? - 9.7.2016
Ob Mitleid, Fairness oder Egoismus: Forscher entdecken immer mehr Eigenschaften bei Affen, Raben oder Hunden, die als exklusiv menschlich galten. Der schrumpfende Abstand zur Tierwelt liefert auch neue Munition in einer alten ethischen Debatte: Steht es uns zu, Schweine zu schlachten, Rinder einzupferchen und Ratten für die Wissenschaft zu töten?
Lisala nimmt ein ziegelsteingroßes Felsstück vom Boden und hievt es auf den Rücken. Die Bonobo-Dame trägt den Stein einen halben Kilometer weit. Zwischendurch bleibt Lisala stehen und hebt eine Handvoll Palmnüsse auf. Sie geht noch ein gutes Stück weiter, zum einzigen Platz, wo der Boden felsig ist, und setzt ihre Ladung ab. Mit dem sieben Kilo schweren Stein als Hammer schlägt sie die Nüsse auf, den Felsboden verwendet sie als Amboss. Sie hat soeben ein zweiteiliges Werkzeug benutzt, zuvor in die Zukunft gedacht und den Plan gesponnen, Nüsse zu holen und an geeigneter Stelle aufzuschlagen, erklärt Frans de Waal, Verhaltensforscher an der Emory University in Atlanta. Das ist eine mentale Leistung, die man Tieren vor kurzer Zeit nicht zugetraut hätte. > weiterlesen

Genetik: Der fantastische Bauplan des Lebens - 4. 6. 2016
Vor 150 Jahren entdeckte Gregor Mendel die Grundlagen der Genetik. Seine Regeln gelten bis heute, wenngleich enorm viel neues Wissen hinzugekommen ist: über unser Aussehen, die Ursachen von Krankheiten, Merkmale von Nutzpflanzen – und die große Frage, wie Gene und die Umwelt zusammenwirken. > weiterlesen

Schluckbeschwerden - profil 17 • 23. April 2016
In den vergangenen Wochen wurden aufgrund dramatischer Einzelfälle enorme Gefahren durch die Einnahme der Pille heraufbeschworen. Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Es wirkt wie ein Rückfall in die Vergangenheit: Derzeit verbreiten manche Medienberichte eine regelrechte Panik vor der Einnahme der Pille – ein Phänomen, für das Experten inzwischen sogar einen Begriff kennen: „pill scare“ (Pillenangst). „Große Risiken und blutige Nebenwirkungen“ befürchtete etwa das Wiener Stadtblatt „Falter“ vor Kurzem. „Gefährliche Antibabypille“, befand der ORF. Ausgerechnet Pillen der jüngsten Generationen, die Ärzte oft verschreiben, weil sie kaum Gewichtszunahmen bringen und generell gut verträglich sind, werden wegen einer erhöhten Gefahr von Gefäßerkrankungen verteufelt.

APA

„Entfesselter“ Eiweißstoff als mögliche Ursache für Asthma-Probleme - 27.07.2016
Bei Asthmapatienten sind die Atemwege verändert, ständig entzündet und sie leiden oft an Atemnot. Ein in Großbritannien tätiger österreichischer Forscher hat mit Kollegen herausgefunden, dass ein Eiweißstoff namens „Adam33“ eine der Wurzeln des Übels ist. Könnte man ihn in Schach halten, könnte man die Krankheit in den Griff bekommen, so die Forscher im „Journal of Clinical Investigation Insight“. > weiterlesen

Schwefel unschuldig am größtem Artensterben der Erdgeschichte - 19.07.2016
Bis jetzt war Schwefel der Hauptverdächtige für das größte Massenaussterben der Erdgeschichte vor 252 Millionen Jahren. Damals verschwanden neun von zehn Arten und die Lebewelt konnte sich nur sehr langsam erholen. Österreichische Forscher fanden nun mit Kollegen reiche Eisenvorkommen aus dieser Zeit, die Schwefel massiv entlasten. Die Studie erschien im Fachmagazin „Nature Communications“. > weiterlesen

Schaumkressen zeigen: Stammbäume des Lebens sind überbewertet - 18.07.2016
Fein verästelte Stammbäume des Lebens verleiten dazu, die Artenbildung auf eine simple Verzweigung der einzelnen Linien zu reduzieren, erklärt Magnus Nordborg vom Gregor Mendel Institut (GMI) in Wien der APA. Mit Kollegen hat er bei Schaumkressen herausgefunden, dass die Entstehung von Arten viel turbulenter ist als bisher angenommen. Die Studie erschien im Fachmagazin „Nature Genetics“. > weiterlesen

Wiener Forscher: Evolution zu Parasiten gleicht Achterbahnfahrt - 18.07.2016
Die Evolution tuckert auf molekularer Ebene nicht stetig dahin, sondern fährt quasi Achterbahn, fanden Wiener Botaniker bei Pflanzen heraus, die von selbstständiger zu parasitischer Lebensweise wechselten. Der erste große Schub dafür kommt, wenn sie von den Wirtsorganismen abhängig werden, erst später verlieren sie die Fähigkeit, Energie aus Licht zu gewinnen, berichten sie im Fachmagazin „Pnas“. > weiterlesen

Sexuelle Erfahrungen bringen Mäuserichen nichts - 15.07.2016
Erfahrung zahlt sich nicht immer aus: Eine sexuelle Vorgeschichte bringt Mäusemännchen keinen Vorteil beim weiblichen Geschlecht, fand die Wiener Verhaltensforscherin Kerstin Thonhauser heraus. Im Wettstreit mit unbedarften Mäuserichen zeugten sexuell verdiente nicht mehr Kinder und waren bei den Weibchen nicht begehrter, erklärte sie der APA anlässlich eines Verhaltensbiologie-Kongresses in Wien. > weiterlesen

Erbgut und seine Aktivitäten in 1.000 Arabidopsis-Pflanzen ermittelt - 14.07.2016
Bei mehr als 1.000 Ackerschmalwand-Pflanzen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet hat ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung das Erbgut (Genom) und seine Aktivitätsmuster (Epigenom) ermittelt. Die Wissenschafter berichten über einen großen Variations-Spielraum sowie Interaktion zwischen den beiden Instanzen. Die Ergebnisse erschienen in den Fachjournalen „Cell“ und „Plos Genetics“. > weiterlesen

Töten, adoptieren, ignorieren: So gehen Frösche mit Nachwuchs um - 12.07.2016
Pfeilgiftfrösche kümmern sich nur um das Überleben der (vermeintlich) eigenen Sprösslinge, fremde Kaulquappen werden verzehrt oder sterben gelassen, erklärte die Wiener Zoologin Eva Ringler der APA anlässlich eines Verhaltensbiologie-Kongresses in Wien. Männchen und Weibchen haben dabei unterschiedliche Methoden, um ihren Nachwuchs von fremden Kindern zu unterscheiden, hat sie herausgefunden. > weiterlesen

Was Arten scheidet, auch wenn sie miteinander gut können - 11.07.2016
Bei Silber- und Zitterpappeln gibt es eine verbreitete Hybridform, und zwar die Graupappeln. Obwohl diese fruchtbar sind, verschmelzen die Elternarten seit Jahrmillionen nicht zu einer einzigen. Die Gengruppen sind bei den beiden nämlich so fein abgestimmt, dass eine fortlaufende Vermischung nachteilig ist, berichten österreichische Forscher mit Kollegen im Fachmagazin „Molecular Ecology“. > weiterlesen

Was man am Mars gegen Zahnschmerzen tut - 11.07.2016
Zahnweh ist auf der Erde schlimm genug, am Mars ohne Zahnarzt im Umkreis von Millionen Kilometern wäre es umso ärger. Mithilfe von Zahntechnikern auf der Erde und 3D-Druck könnte zahnmaroden Astronauten geholfen werden, erklärte Sandra Häuplik-Meusburger von der Technischen Universität (TU) Wien der APA anlässlich einer Tagung in Wien, bei der sich Experten zum Überleben im All austauschen. > weiterlesen

Mathematiker: Bewertungsmuffel sollten schlechten Ruf bekommen - 06.07.2016
Indirekte Reziprozität nach dem Motto „ist man hilfsbereit, spricht sich das herum und andere helfen einem auch“ ist wichtig für die Kooperation in Gruppen, aber man muss dafür ständig den Edelmut anderer bewerten. Wer das unterlässt, sollte einen schlechten Ruf bekommen, damit das Prinzip funktioniert, berichtet ein Mathematiker der Uni Wien mit Kollegen im Fachmagazin „Biology Letters“. > weiterlesen

Rotlicht macht Pflanzen steif - 06.07.2016
Wenn sie kein Licht erkennen können, werden Pflanzen schlapp, fanden Wiener Forscher mit Kollegen heraus. Dann ist nämlich die Stützsubstanz (Extrazelluläre Matrix) zwischen den Zellen weniger solide, wie sie mit einer neu entwickelten Mikroskopie-Methode beobachten konnten, durch die man die mechanischen Eigenschaften lebender Zellen sieht. Die Studie erschien im Fachmagazin „Science Signaling“. > weiterlesen

Forscher finden Hemmstoffe für Leukämiezellen-Antreiber - 04.07.2016
Für ungehemmtes Wachstum brauchen Blutkrebszellen einen Eiweißstoff namens BRD9, der das Ablesen von Krebsgenen erleichtert, fand ein internationales Team mit Wiener Beteiligung heraus. Die Forscher entdeckten Hemmstoffe für BRD9 und bewiesen, dass sie den Leukämieantreiber direkt angreifen. Die Studie erschien im Fachmagazin „Nature Chemical Biology“. > weiterlesen

heureka! das Wissenschaftsmagazin im Falter

Beim Spiel im Wolfsrudel geht es zu wie in einem Büro: die Großen pudeln sich auf - HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016
Wölfe spielen nicht gerecht: Große machen sich größer, Kleine kleiner
Die Großen sind den Kleinen gegenüber aggressiv, während sich diese noch ducksmäusiger zeigen, als sie ohnehin schon sind. Selbst zwei Welpen spielen nie wirklich egalitär, doch immerhin wechseln hier öfter die Rollen, also wer den Boss spielt und wer den Angestellten. Damit sich ein gerechtes Spiel entwickelt, sollten sich eigentlich die Altwölfe selbst benachteiligen, indem sie sich zum Beispiel freiwilllig auf den Rücken legen und damit ihre Schwachseite entblößen. Die Jungspunde wiederum könnten sich aus ihrer Underdog-Rolle herauswagen und sich Verhaltensweisen herausnehmen, die sie sonst nicht dürfen, wie etwa den dominanten Tieren hinterherhetzen oder sie nonchalant zwicken. > weiterlesen

Eiszeitbaby vom Kremser Wachtberg war Bub und stammt von Migranten ab - HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016
Unsere Vorfahren sind vor rund 37.000 Jahren über die heute sogenannte „Balkanroute“ aus dem Nahen Osten eingewandert
Am Wachtberg im Stadtgebiet von Krems (NÖ) hat die Archäologin Christine Neugebauer-Maresch mit Kollegen einen gut erhaltenen Lagerplatz von Altsteinzeitmenschen freigelegt, die dort während der Eiszeit lebten und auch ihre Toten begruben, wie sich herausstellte. > weiterlesen

Jetzt taut's: Heuer wird ein Rekordschwund beim Eis in der Arktis vorausgesagt - HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016
Der letzte Winter war auch rund um den Nordpol viel zu warm. Das in den letzten Jahren zugewachsene Eis wird heuer wohl abschmelzen
Im Winter war es nicht nur in Österreich kaum frostig, sondern auch im hohen Norden. In Februar lagen die Temperaturen dort bis zu acht Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Das Eis, das die arktischen Meere bedeckt, konnte sich kaum regenerieren und wird laut Forschern im Sommer auf eine negative Rekordmenge schwinden. > weiterlesen

Soziale Situation der Studierenden: Glossar - HEUREKA 3/16 vom 22.06.2016
Akademiker Hat es geschafft, ein Hochschulstudium abzuschließen und darf fortan einen Bachelor, Master, Magister, Diplomingenieur oder Doktor vor seinem Namen führen. Akademikerquote Hier wird Österreich unter allen Industrieländern nur von Slowenien unterboten.
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Wenn der Fadenwurm ins Spiel um den eigenen Nachwuchs kommt HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016
Das Leben mit einem Partner gefährdet die Gesundheit. Denn was so dazugehört: Sex, Kinder und sie großziehen schwächt wohl das Immunsystem, erklärten österreichische Forscher kürzlich im Journal of Ornithology. Zu dieser Erkenntnis kamen sie bei Waldrappen. Paare dieser Vögel werden während der Brutsaison von mehr Parasiten geplagt als Singles. > weiterlesen

Wie ein Planet bewohnbar wird HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016
Im Weltall entdecken die Astronomen derzeit unzählige Planeten. Zumindest einige könnten Leben beherbergen. Dazu muss wie auf der Erde aber vieles zusammenpassen, erklärt Theresa Lüftinger vom Institut für Astrophysik der Uni Wien. Ein bewohnbarer Planet müsste sich in der richtigen Entfernung zu seiner „Sonne“ befinden, damit auf der Oberfläche flüssiges Wasser existieren kann. Es sollte auch ausreichend vorhanden sein. Und die passenden chemischen Elemente für die „Bausteine des Lebens“ müssen vorhanden sein. Sie entstehen durch Kernfusion in den Sternen. > weiterlesen

In welcher Zeit leben wir eigentlich? HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016
Der Name der neuen Epoche, über die Erdschichtenkundler aus aller Welt in diesem Sommer bei einem großen Kongress in Kapstadt entscheiden wollen, lautet: Anthropozän. Auf Deutsch: „von Menschen neu gemacht.“ Der Name soll auch eine Mahnung sein: Der Mensch verändert die Erde so massiv wie einst gigantische Meteoriteneinschläge und Vulkanausbrüche. Sie haben in der Vergangenheit neue Ären, Äonen und Epochen eingeleitet. > weiterlesen

Wenn Wissenschaft Politik machen soll HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016
Die Menschen haben die Erde wärmer gemacht, ihre Ozeane versauert, die Artenzahlen von Pflanzen und Tieren dezimiert, und durch Industrie und Kernwaffentests völlig neue Verbindungen und Radionuklide in die Bodenschichten gebracht. Viele Forscher wollen daher ein neues Erdzeitalter ausrufen: das „Anthropozän“. > weiterlesen

Anthropozän: Das Glossar HEUREKA 2/16 vom 18.05.2016
Alluvium - Veralteter Begriff für das aktuelle Erdzeitalter Holozän.
Anthropozän - Neues Zeitalter, das Wissenschafter einläuten wollen, um bewusst zu machen, dass die menschlichen Umtriebe zu einem geologischen Faktor geworden sind. > weiterlesen